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21. April — 8. Juli 2007

Compilation III

Sven-Ole Frahm, Melissa Gordon, Henriette Grahnert, Jana Gunstheimer, Sebastian Ludwig, Takeshi Makishima, Bernd Ribbeck, Julia Schmidt

Junge Malerei in der Kunsthalle: Compilation III stellt neue
Positionen aus den Städten Berlin, ihre vor vier Jahren initiierte Ausstellungsreihe fort. Nach den Schwerpunkten Video, Fotografie und Film (2003) und Skulptur und Installation (2005) wird mit acht Künstlern nun ein facettenreicher Einblick in die aktuelle Malereiproduktion in Deutschland präsentiert. Die Positionen reichen von abstrakten über figurative bis zu konzeptuellen Ansätzen. Jenseits
von Kategorisierungen und Schulen fragt die Ausstellung nach der Aktualität des Mediums und lädt dazu ein, die Werke einer spannenden jungen Künstlergeneration zu entdecken.
Sven-Ole Frahm (*1972, lebt und arbeitet in Düsseldorf) hat künstlerische Verfahren der 1950er und 1960er Jahre weiterentwickelt, die den Zufall und den Fleck als gestalterisches Element der Malerei nutzen. Durch Frahms Technik des Zerschneidens und Zusammensetzens der Leinwand entstehen neue, kontrolliert unkontrollierte Kompositionen, die sowohl die Farbe als auch den Bildträger selbst als bildnerische Mittel einsetzen. Melissa Gordon (*1981, lebt und arbeitet in Berlin) arbeitet mit Erzählstrukturen, die sie innerhalb einer Werkgruppe fortspinnt. Oft bedient sie sich dabei gefundenen Materials, das sie verändert und kombiniert. In ihren Bildern überlagern sich verschiedene Sichtweisen und Informationen, historische Perspektiven und Darstellungen. Für Compilation III hat sie eine Serie entwickelt, die um das Thema des Sammelns und Präsentierens kreist. Henriette Grahnert (*1977, lebt und arbeitet in Leipzig) bewegt sich an der Schnittstelle zwischen gegenständlicher und abstrakter Bildsprache, experimentiert mit Material und Technik. Ihre Kompositionen scheinen häufig aus den Überresten und Randerscheinungen des Malprozesses zusammengesetzt. Abstrakte Formen fügen sich zu Andeutungen von Figuren, deren Bildwitz sich jeder Eindeutigkeit entzieht. Jana Gunstheimer (*1974, lebt und
arbeitet in Jena) nutzt die Malerei als scheinbar dokumentarisches Medium. In den von ihr entworfenen fiktiven Organisationen, die sich als abgründige Parallelwelten zur Gesellschaft entwickeln, berichten schwarz-weiße Aquarelle und Installationen von scheinbar realen soziologischen Experimenten und schattenhaften Existenzen in einer perspektivlosen Welt. Sebastian Ludwigs (*1977, lebt und arbeitet
in Düsseldorf) Bilder gleichen Bühnen, auf denen sich kleine Dramen abspielen. Ludwig experimentiert mit unterschiedlichen Maltechniken und schöpft aus dem Fundus historischer Motive, die er vor allem der Malerei der Frührenaissance entnimmt. Seine vielschichtigen malerischen Räume spannen sich zwischen Architektur und Ornament, zwischen Landschaft und Innenansicht auf. Erzählerisch und entrückt wirken
die Bilder von Takeshi Makishima (*1980, lebt und arbeitet in Düsseldorf). Mit seiner Malerei erschafft er surreal erscheinende Welten, in denen sich einsame Figuren oder Tiere begegnen. Viele der ungewöhnlichen Szenerien sind von der globalen Jugendkultur inspiriert, lassen sich jedoch in ihrer traumgleichen Atmosphäre nie ganz entschlüsseln. Bernd Ribbeck (*1974, lebt und arbeitet in Berlin) bezieht sich auf abstrakte Strömungen des 20. Jahrhunderts, die in einer geometrischen Bildsprache Transzendenz und kosmische Harmonie ausgedrückt sahen. Ribbeck arbeitet mit diesem visionären Potential, setzt der Überhöhung jedoch alltägliches Material entgegen: Die geometrischen Formen auf intensiv mit Acryl bearbeiteten Bildgründen sind mit Buntstift, Kugelschreiber oder Permanent Marker gestaltet. Julia Schmidts (*1976, lebt und arbeitet in Leipzig) Thema ist die Malerei selbst. Sie benutzt meist gefundene Bilder aus ganz verschiedenen Quellen, die, angeschnitten oder freigestellt, auf ein scheinbar belangloses Detail reduziert werden oder malerisch angereichert einen anderen Blick auf die Dinge herausfordern. Die grundsätzliche Untersuchung des Mediums wird bei ihr zum Anlass für eine sinnliche, verführerische Malerei.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im DuMont Kunst und Literatur Verlag, Köln.

Die Ausstellung wird gefördert durch:
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West; Sammlung Rheingold

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