Ian Cheng. Live Simulation

„Was ist eine Simulation? Sie ist ein privates Spiel, das wir uns ausdenken, wenn die Lebendigkeit einer Situation zu komplex ist, um sie wirklich zu verstehen. Sie ist ein Entwerfen der Wirklichkeit durch ein Meer von Wahlmöglichkeiten, um zu einem optimalen Ende zu gelangen. Was ist eine Live-Simulation? Es bedeutet, dieses Spiel in der Öffentlichkeit zu spielen und es nicht aufhören zu lassen, wenn das Spiel gut wird. Darwin hat gesagt, dass die großartigste Live-Simulation die Natur ist, die ständig in aller Deutlichkeit etwas versucht und scheitert und niemals bei der Vollkommenheit Halt macht. Doch die Natur ist oft zu schnell, zu langsam, zu groß oder zu klein für uns. Wir brauchen eine Live-Simulation, deren Maßstab der menschlichen Raumzeit entspricht, die jedoch unendlich vielgestaltig und blind für unsere Qualitätsmaßstäbe ist. Eine Live-Simulation, die wir spüren können, der wir jedoch vollkommen gleichgültig sind.“ – Ian Cheng

Live Simulation ist die erste Monografie des den in New York lebenden Künstlers Ian Cheng (*1984). Sie versucht nicht nur, Chengs künstlerische Praxis zu veranschaulichen, sondern auch ihre Prinzipien in Buchform greifbar zu machen. Die verzerrten Ansichten, mutierten Bilder und unterschiedlichen Texte sind beispielhaft für das Interesse des Künstlers an der Veränderung von Verhaltensweisen und an dem Potenzial, das in der Arbeit mit Live-Simulationen liegt.

Diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung Real Humans. Ian Cheng, Wu Tsang, Jordan Wolfson kuratiert von Elodie Evers und Irina Raskin (7. Februar – 19. April 2015, Kunsthalle Düsseldorf).
22,00