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6. Dezember 2015 – 12. März 2016

SONG Dong

Die Kunsthalle Düsseldorf widmet dem chinesischen Künstler SONG Dong (* 1966 in Peking, lebt und arbeitet dort) eine umfassende Retrospektive seines bisherigen Werks.
SONG Dong zählt zu den bekanntesten
international agierenden Künstlern Chinas und gilt seit den 1990er-Jahren als einer der wichtigsten Vertreter chinesischer Konzeptkunst. Seine künstlerische Praxis vereint eine Vielzahl von Medien und experimentellen Arbeitsweisen.
Basierend auf biografischen Erlebnissen thematisiert er, wie sich kulturelle und geschichtliche
Ereignisse sowie wirtschaftliche und politische Umstände konstitutiv auf das individuelle Leben auswirken. Seine Werke zeichnen sich durch eine ausdrucksstarke Bildsprache aus, die auf feinsinnige Weise diffizile Lebenssituationen konkret beschreibt. Indem der Künstler stets einen persönlichen Zugang wählt, bietet er den Betrachtern die Möglichkeit zur Identifikation.

Highlight der Schau und erstmalig 2005 in Peking – später auch im MoMa in New York – präsentiert, ist die großflächige Installation Waste Not. Bestehend aus einem Holzhaus und über 10.000 Haushaltsobjekten seiner Eltern, gewährt diese Arbeit nicht nur einen intimen Einblick in die Familiengeschichte des Künstlers, sondern sie dokumentiert auch ein wichtiges Stück chinesischer Kulturgeschichte. Das Horten von Dingen war zunächst aufgrund der kritischen wirtschaftspolitischen Situation eine Notwendigkeit, nach dem Tod des Vaters entwickelte es sich für Songs Mutter zu einer obsessiven Praxis, um Verlust und Einsamkeit zu verdrängen. Für die Realisierung von Waste Not bezog Song seine Mutter und weitere Familienmitglieder aktiv ein und setzte damit einen Prozess der Trauerbewältigung in Gang.

Als Konzeptkünstler kreist Song um Themen wie Zeit und Vergänglichkeit, Erinnerung und Verlust, Vergangenheit und Gegenwart sowie um das Verhältnis von Leere und Fülle,
innerer und äußerer Welt. Eine wesentliche Bedeutung kommt dabei dem Taoismus zu, in dem die Unausweichlichkeit des Wandels und das Hier und Jetzt im Mittelpunkt stehen. So z.B. in seiner auf der dOCUMENTA (13) gezeigten Arbeit Doing Nothing Garden, oder in den Arbeiten Water Diary und Eating the City, die beide ebenfalls in der Kunsthalle zu
sehen sein werden.

Kuratoren: Mark Wilson, Sue-an van der Zijpp und Gregor Jansen

Ausstellung und Katalog sind eine Kooperation mit dem Groninger Museum, Niederlande.


Die Ausstellung wird gefördert durch

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