9. April – 26. Juni 2016

RITA McBRIDE. GESELLSCHAFT

Rita McBride befasst sich in ihrem Œuvre seit den 1980er Jahren mit den Eigenschaften und Schnittstellen von industriellem Design, minimalistischer Skulptur, modernistischer Architektur, öffentlichen
Räumen und den Leerstellen, die diese erzeugen. Ihr Werk fußt auf den Traditionen der Minimal Art und Institutionskritik zugleich. Die in der Kunsthalle Düsseldorf ausgestellten raumgreifenden Skulpturen und Installationen aus den Jahren 1997 bis 2015 zeigen ihre breite künstlerische Praxis.


Für McBride sind die Objekte, die sie produziert, ebenso bedeutend wie die Prozesse und Situationen, aus denen sie hervorgehen. Das Wechselverhältnis von Architektur und Kunst ist Teil eines komplexen Systems, in dem politische und kulturelle Machtstrukturen befragt und herausgefordert werden. Durch ihre Skulpturen setzt sie sich mit den der Gesellschaft zugrundeliegenden Strukturen und Systemen auseinander, die uns unmerklich steuern und Bewegung und Handeln zwischen Individuum und Kollektivität organisieren.

An zentraler Stelle der Ausstellung steht die Arbeit Arena (1997), die mit dem Hexelerator (2004) den Kinosaal der Kunsthalle einnimmt. Seit ihrer Entstehung tourt Arena wie eine Rockband um die Welt und wird als nutzbare Skulptur durch ein Programm bespielt, das von der Künstlerin und der Kunsthalle entwickelt wurde. Als Ort der Begegnung fasst sie ca. 200 Personen, mehr als 100 Künstler, Musiker, Kuratoren und Politiker waren bisher in ihr zu Gast. Da Arena zugleich Skulptur und funktionale Struktur ist, werden durch sie die Besucher und die Institution selbst zum Teil der Ausstellung. McBride arbeitet häufig in Kollektiven, mit Arena schuf sie eine sich konstant weiterentwickelnde Form des kollaborativen Arbeitens.

McBrides bildhauerisches, installatives, performatives und
publizistisches Werk brachte einen neuen, sehr komplexen Begriff von Skulptur hervor, der die gesellschaftliche Rolle von bildender Kunst erneut zur Diskussion stellt.

Rita McBride (*1960 in Des Moines, Iowa) ist seit 2003 Professorin für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf und steht der Hochschule
seit 2013 als Rektorin vor. Ihre Werke waren in Einzelausstellungen u.a. in der Wiener Secession (2000),  dem Museum Abteiberg, Mönchengladbach (2008) und im Museum of Contemporary Art San Diego (2014) zu sehen.


Ausstellung und Katalog sind eine Kooperation mit der kestnergesellschaft, Hannover.

Gefördert durch

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