KUNSTHALLE seitenlichtsaal
Damir Očko – On Ulterior Scale
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Damir Očko
The Moon shall never take my Voice, 2010
HD video, colour, sound
Videostill: Damir Očko
On Ulterior Scale nennt der 1977 in Zagreb geborene Künstler Damir Očko seine Serie jüngst entstandener Zeichnungen, mit weißer und grauer Pastellfarbe auf Papier aufgetragen und mit teils ausgeschnittenen, teils aufgeklebten Elementen, Satzfragmenten und Notenzeilen versehen. Die Zeichnungen entstammen dem Umkreis der Werke des französischen Surrealisten René Daumal (1908–1944), aus dessen Essaysammlung „The Powers of the Word” die titelgebende Zeile entnommen ist. Musik und Literatur dienen Očko häufig als Ausgangspunkt für seine Filme, Zeichnungen, Künstlerbücher und Installationen.
Zur Ausstellung gehört auch Očkos Film The Moon shall never take my Voice, untertitelt Three songs for a muted voice and various sounds. Auf einer leeren, nur spärlich von Spots erhellten Bühne deklamiert eine Performerin in expressiver Gebärdensprache Texte, deren Sinn zunächst kaum erahnbar ist. Begleitet werden ihre Gesten von präzise abgestimmten Klängen, erzeugt durch ungewöhnliche Bespielung von Instrumenten – etwa mit Fingernägeln gestrichene Klaviersaiten oder das „Atmen” einer Harmonika mit offenem Ventil. Der Film beruht auf drei Sätzen: einer Erinnerung Gustav Mahlers an eine Begräbniszeremonie, John Cages berühmtem Erlebnis im schallisolierten Raum in Harvard, sowie teils realen, teils fiktiven Ausschnitten aus Interviews mit Neil Armstrong über seine Erfahrungen auf dem Mond.
Stille ist das durchgängige Thema aller drei Episoden: als Leerstelle innerhalb der Außenwelt, als utopischer, für die physischen Bedingungen menschlicher Existenz unerreichbarer Ort.
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