Megan Rooney
Fire On The Mountain

Megan Rooney, EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019
Foto: Katja Illner

Mit Fire On The Mountain richtet die Kunsthalle Düsseldorf im Sommer 2019 die erste institutionelle Einzelausstellung der aufstrebenden Künstlerin Megan Rooney in Deutschland aus. Die 1985 geborene Kanadierin arbeitet medienübergreifend mit Malerei, Installationen, Performances und Sprache. In zumeist ortsspezifischen Arrangements werden die einzelnen Bestandteile zu einer raumgreifenden Gesamtinszenierung verknüpft. Mit prägnanter Handschrift entspinnt Rooney dabei enigmatische und stets intensive Narrationen.

Aufgewachsen zwischen Südafrika, Brasilien und Kanada, lebt Rooney seit nunmehr zehn Jahren in London. Die Sujets ihrer Arbeiten zieht sie direkt aus dem Leben und ihrer Umgebung. Es handelt sich um entrückte, teils groteske Alltagserfahrungen und mitunter humorvolle Beobachtungen, die immer zuerst als Zeichnungen „notiert“ werden.
Ein wiederkehrendes Element in Megan Rooneys Arbeiten ist der menschliche Körper, der als subjektiver Anfangspunkt und finaler „Ort“ der Sedimentation all dieser Erfahrungen eingeordnet werden kann. Die von der Künstlerin verfassten Texte, die die Installationen als Schriftstücke, Audiospuren oder – im Falle der Performances – als Live-Element begleiten, spielen oft auf innere Vorgänge, sinnliche Wahrnehmungen und den Bereich des Häuslichen an. Dieses Interesse am Privaten, räumlich wie gedanklich, spiegelt sich auch in den von Rooney verwendeten Materialien wieder. Ihre Objekte und Installationen umfassen Haushaltsgegenstände und Alltagsobjekte ebenso wie Gefundenes. Aus ihrer Lebenssituation als Künstlerin in London heraus (zeitlich eng begrenzte Mietverträge für erschwingliche Atelierräume) hat Rooney in den letzten Jahren eine „nomadische“ Kunstpraxis entwickelt, von der unter anderem ein besonderer Umgang mit Volumina zeugt: bemalte Objekte oder Stoffe werden mit Füllmaterial ausgestopft und können somit als Übertragung der Malerei in den dreidimensionalen Raum verstanden werden. Die Modulierung von Hülle zu Körper verstärkt deren Wahrnehmung als Schnittstelle von außen und innen.

Nach beeindruckenden Ausstellungsbeteiligungen und Performances u.a. in der Serpentine Gallery London, im Museum of Modern Art, Warschau und dem Palais de Tokyo in Paris entwickelt Megan Rooney für die Einzelausstellung in der Kunsthalle einen komplett neuen Werk-Korpus, dessen Zentrum ein raumgreifendes, ortsspezifisches Wandgemälde von ca. 14 × 7 m bilden wird. Zudem entsteht in Kooperation mit der Choreographin Temitope Ajose-Cutting eine neue Performance, zu deren Uraufführung am Wochenende nach der Eröffnung wir sie bereits jetzt herzlich einladen. Der Titel Fire On The Mountain referiert auf William Goldings Erzählung Herr der Fliegen von 1954, in dem eine gestrandete Gruppe Jugendlicher auf einer Insel versucht ihr Überleben zu sichern und zu organisieren. Das Feuer auf dem Berggipfel soll vorbeifahrenden Schiffen als Zeichen für ihre Anwesenheit dienen, wird jedoch von einem Teil der Gruppe vernachlässigt und erlischt.

Kuratiert von Anna Lena Seiser

Begleitend zur Ausstellung erscheint die erste Monografie Megan Rooneys mit Textbeiträgen von u.a. von Emily LaBarge (Autorin und Professorin am Royal College of Art, London) und Quinn Latimer (Kunstkritikerin und Herausgeberin der documenta14-Publikationsreihe SOUTH).

Bilder

Renter’s Paradise, 2019Straßenschilder, Stoff, Seil, versch. MaterialienFoto: Katja Illner

Renter’s Paradise, 2019
Straßenschilder, Stoff, Seil, versch. Materialien
Foto: Katja Illner

Fire On The Mountain (Detail), 2019Foto: Katja Illner

Fire On The Mountain (Detail), 2019
Foto: Katja Illner

InstallationsansichtFire On The Mountain – Megan RooneyKunsthalle Düsseldorf, 2019Foto: Katja Illner

Installationsansicht
Fire On The Mountain – Megan Rooney
Kunsthalle Düsseldorf, 2019
Foto: Katja Illner

Fire On The Mountain, 2019Foto: Katja Illner

Fire On The Mountain, 2019
Foto: Katja Illner

Kaputt! Kaputt!, 2019Ölfässer, Zement, Farbe, versch. MaterialienFoto: Katja Illner

Kaputt! Kaputt!, 2019
Ölfässer, Zement, Farbe, versch. Materialien
Foto: Katja Illner

Old Baggy Root, 2018/1940 Arbeiten à 56 × 38 cmAcryl, Tusche, Bleistift, Kohle, Pastellkreide auf Papier

Old Baggy Root, 2018/19
40 Arbeiten à 56 × 38 cm
Acryl, Tusche, Bleistift, Kohle, Pastellkreide auf Papier

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019Foto: Katja Illner

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019
Foto: Katja Illner

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019Foto: Katja Illner

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019
Foto: Katja Illner

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019Foto: Katja Illner

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019
Foto: Katja Illner

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019Foto: Katja Illner

EVERYWHERE BEEN THERE, Performance Kunsthalle Düsseldorf, 2019
Foto: Katja Illner

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