Dado
Danse Macabre
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Installationsansicht, Dado. Danse Macabre
Kunsthalle Düsseldorf, 2012
Foto: Katja Illlner
Während der Vorbereitung der Retrospektive des türkischen Künstlers Yüksel Arslan entstand die Idee, die Ausstellung sinnfällig zu ergänzen. Mit dem montenegrinischen Maler und Zeichner Dado (1933–2010), der mit Yüksel Arslan gut bekannt war, und der italienischen Künstlerin Carol Rama präsentiert die Kunsthalle Düsseldorf zwei bemerkenswerte Künstlerpersönlichkeiten, die in Deutschland noch wenig bekannt sind und deren Werk sich in großer Konsequenz weitgehend abseits des Kunstbetriebs entwickelt hat. So entstehen drei Einzelpräsentationen, die sich dennoch in einem verbindenden Kontext lesen lassen: Bei aller Eigenwilligkeit der Positionen zeigen sie Überschneidungen in Themen wie dem Obsessiven und Abgründigen, Motiven von Sexualität, Traum, Gewalt und Zerstückelung, Fetisch und Fragment sowie der Verarbeitung kollektiver und persönlicher Erinnerung. Alle drei führen auf ihre Weise ein surrealistisches Erbe fort.
Dado (Miodrag Djuric) kam 1956 von Montenegro nach Paris und wurde mit seinen frühen fantastisch-surrealen Zeichnungen von Jean Dubuffet und vom Galeristen Daniel Cordier entdeckt und gefördert, dessen Galerie auch der Schauplatz seiner ersten Einzelausstellung im Jahr 1958 war. Dados häufig albtraumhafte Bilder wurzeln ebenso in surrealistischen Bildwelten wie in Erlebnissen während des Krieges. Trotz ihrer Brutalität und ihres existenziellen Horrors ist ihnen eine tiefe Melancholie eigen, die zugleich Ausdruck von kompromissloser Humanität ist. Seine Bilder stellen ein Gewimmel menschlichen Elends dar, bevölkert durch eine Vielzahl sonderbarer, ungestümer und grotesker Monster. Die menschlichen Gestalten sind degeneriert und verwachsen, aufgedunsen und zerhackt. In einer Zeit, die von informeller Abstraktion geprägt war, wurden Dados Gemälde und Zeichnungen der 1960er Jahre für Künstler einer neuen Figuration wie Eugen Schönebeck oder Georg Baselitz zu einem wichtigen Vorbild. Die Kunsthalle präsentiert eine Auswahl der frühen Arbeiten als erste Institution in Deutschland und rückt damit einen Künstler ins Bewusstsein, der trotz der Anerkennung etwa als Repräsentant von Montenegro auf der Biennale in Venedig 2009 einem breiteren Publikum bis heute unbekannt ist.
Hier geht es zum Katalog der Ausstellung.
Bilder

Installationsansicht, Dado. Danse Macabre
Kunsthalle Düsseldorf, 2012
Foto: Katja Illlner

Installationsansicht, Dado. Danse Macabre
Kunsthalle Düsseldorf, 2012
Foto: Katja Illlner